Gut zu Wissen: 10 Fakten zu (Ultra) Fast-Fashion
Fast Fashion heißt übersetzt „die schnelle Mode“. Trends, die eine immer kürzer werdende Halbwertzeit haben, bis sie von neuen Trends abgelöst werden. Wenn es richtig schnell wird, sprich, nur noch Tage und nicht mehr Wochen oder Monate dazwischen liegen, und Kollektionen innerhalb weniger Tage konzipiert, produziert und verschickt werden, sprechen wir von Ultra Fast Fashion. Ein Beispiel: Shein. Fast- und Ultra Fast Fashion haben sowohl unser Konsumverhalten, als auch die Belastung für Umwelt und Menschen extrem verändert. Hier ein paar Fakten.
1. Die Produkte von SHEIN bestehen überwiegend aus Plastik: fast zu 60 Prozent aus Polyester und anderen aus Erdöl gewonnen Materialien wie Nylon, Acryl, Polyurethan (PU) oder Elastan. Schon jetzt verbraucht die Modeindustrie jährlich genauso viel Öl wie ganz Spanien.
2. Verbraucher:innen kaufen im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr – tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren.
3. Die Bekleidungsproduktion hat sich von 2000 bis 2014 verdoppelt. Im Jahr 2014 wurden mehr als 100 Milliarden Kleidungsstücke neu produziert, 2019 waren es 183 Milliarden.
4. Die Modeindustrie ist für bis zu zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich.
5. Während weniger als ein Prozent der Kleidung für neue Kleidung wiederverwertet wird, wächst die Masse der Kleidungsproduktion um 2,7 Prozent jährlich.
6. Unverkaufte oder retournierte Ware wird routinemäßig vernichtet; alleine für Europa wird geschätzt, dass die Zahl der vernichteten Produkte im Jahr 2020 1,5-mal die Erde umspannen könnte.
7. Jede Sekunde wird eine LKW-Wagenladung voller Kleidung verbrannt oder landet auf einer Mülldeponie.
8. Über 80 Prozent der schädlichen Umweltauswirkungen von Textilien treten entlang der Lieferketten in den Ländern des Globalen Südens in Südost-Asien auf, wo die überwältigende Mehrheit der Kleidungsstücke für den globalen Markt produziert wird.
9. Jährlich werden durch das Waschen von synthetischer Kleidung 0,5 Millionen Tonnen Mikroplastikfasern in die Meere geschwemmt, was 35 Prozent des gesamten freigesetzten primären Mikroplastiks entspricht.
10. Die Menge des von SHEIN erzeugten Verpackungsmülls ist bisher unbekannt. Die Zahlen zu Amazon sollen helfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Müllmengen durch den Online-Handel entstehen. Im Jahr 2020 erzeugte Amazon 272 Millionen Kilogramm Abfälle aus Plastikverpackungen. Dies bedeutet einen Anstieg von 29 Prozent gegenüber 2019. Der von Amazon geschätzte Kunststoffverpackungsabfall allein in Form von Luftkissen aus 2019 könnte mehr als 600-mal um die Erde gewickelt werden. Schätzungen zufolge gelangten 2020 bis zu 10,6 Millionen Kilogramm Amazon-Verpackungsabfälle aus Kunststoff in die weltweiten Wasserstraßen und Ozeane. Das entspricht einer LKW-Ladung alle 67 Minuten.
